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Nebenbeiträge und Umlagen (WF und IE)

Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 7/Juli 2012


Im dritten Teil unserer Serie beschäftigen wir uns mit dem Wohnbauförderungsbeitrag (WF) und dem Zuschlag nach dem Insolvenz-Entgeltsicherungsgesetz (IE). 

Wohnbauförderungsbeitrag

Der WF dient dazu, Mittel für den geförderten Wohnbau bereitzustellen. Er beträgt 1 % der allgemeinen Beitragsgrundlage bis zur Höchstbeitragsgrundlage. Dienstgeber und Dienstnehmer tragen jeweils die Hälfte des Beitrages. Für Sonderzahlungen ist kein WF zu entrichten. Auch während eines Urlaubes ohne Entgeltzahlung fällt kein WF an.

Bei mehrfacher Beschäftigung ist der WF nur insoweit zu leisten, als die Summe der Entgelte aus zwei oder mehreren Beschäftigungen die Höchstbeitragsgrundlage nicht übersteigt.

Der Beitragspflicht unterliegen grundsätzlich Personen mit aufrechtem Entgeltanspruch, die auf Grund eines privat- oder öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnisses bzw. als Heimarbeiter beschäftigt sind, sowie ihre Dienst- bzw. Auftraggeber.

Ausgenommen von der Beitragspflicht sind:

  • Lehrlinge
  • Geringfügig Beschäftigte
  • Freie Dienstnehmer
  • Dienstnehmer, die in Betrieben der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt sind und für die das Landarbeitsgesetz gilt, sowie Dienstnehmer, die in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben des Bundes, eines Landes, einer Gemeinde oder eines Gemeindeverbandes beschäftigt sind
  • Dienstnehmer, die neben Diensten für die Hauswirtschaft eines land- oder forstwirtschaftlichen Dienstgebers oder für Mitglieder seines Hausstandes Diens­te für den land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb des Dienstgebers leis­ten und nicht unter das Hausgehilfen- und Hausangestelltengesetz fallen
  • Dienstnehmer, auf die das Hausbesorgergesetz anzuwenden ist
  • Beitragsbefreite Personen nach dem Neugründungs-Förderungsgesetz; Befreiung gilt für den Dienstgeberanteil (siehe dazu auch folgenden Artikel: Förderung für Neugründer)

Zuschlag nach dem Insolvenz-Entgeltsicherungsgesetz

Dienstnehmer und freie Dienstnehmer, die der Arbeitslosenversicherungspflicht unterliegen, haben im Insolvenzfall ihres Dienstgebers, grundsätzlich Anspruch auf Insolvenz-Entgelt. Dieses Geld stammt aus dem Insolvenz-Entgelt-Fonds, der u. a. durch die Beiträge der Arbeitgeber gespeist wird. Der IE beträgt 0,55 % der allgemeinen Beitragsgrundlage und der Beitragsgrundlage für Sonderzahlungen bis zur jeweiligen Höchstbeitragsgrundlage. Er ist ausschließlich vom Dienstgeber zu tragen. Während eines unbezahlten Urlaubes bis zu einem Monat ist der IE weiterhin zu entrichten.

Kein IE ist zu entrichten für:

  • Lehrlinge
  • geringfügig beschäftigte (freie) Dienstnehmer
  • Personen, die das für eine Alterspension maßgebliche Mindestalter oder das 60. Lebensjahr vollendet haben. Für Personen, die nach dem 31.12.1952 geboren sind, entfällt der IE ab 1.1.2013 dann, wenn entweder die Anspruchsvoraussetzungen für eine Alterspension erfüllt sind oder das 63. Lebensjahr vollendet wurde.
  • Arbeitnehmer, die in einem Dienstverhältnis zum Bund, zu einem Bundesland, zu einer Gemeinde, zu einem Gemeindeverbund oder zu einem Arbeitgeber stehen, der entweder nach den allgemein anerkannten Regeln des Völkerrechtes oder gemäß völkerrechtlichen Verträgen oder auf Grund des Bundesgesetzes über die Einräumung von Privilegien und Immunitäten an internationalen Organisationen, Immunität genießt, aus diesem Dienstverhältnis
  • Gesellschafter, denen ein beherrschender Einfluss auf die Gesellschaft zusteht, auch wenn dieser Einfluss ausschließlich oder teilweise auf der treuhändigen Verfügung von Gesellschaftsanteilen Dritter beruht oder durch treuhändige Weitergabe von Gesellschaftsanteilen ausgeübt wird
  • Strafgefangene, die nach § 66a des Arbeitslosenversicherungsgesetzes 1977 (AlVG) der Arbeitslosenversicherungspflicht unterliegen


Welche Nebenbeiträge und Umlagen für Vorstandsmitglieder anfallen, können Sie hier nachlesen:

Vorstandsmitglieder - Welche Beiträge fallen an?

Autor: Wolfgang Mitterstöger/NÖGKK