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Kammerumlagen - Wer hat welche Umlage zu entrichten?

Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 4/April 2012


Im ersten Teil unserer neuen Serie haben wir Ihnen einen allgemeinen Überblick über die so genannten Nebenbeiträge und Umlagen gegeben. Den Artikel können Sie hier nachlesen:
Nebenbeiträge und Umlagen - ein erster Überblick


Im folgenden Beitrag beschäftigen wir uns nunmehr näher mit der Arbeiterkammerumlage (AK) und der Landarbeiterkammerumlage (LK).

Die Arbeiterkammerumlage

Die AK beträgt 0,50 % der allgemeinen Beitragsgrundlage und ist zur Gänze vom Dienstnehmer zu tragen (von Sonderzahlungen ist keine AK zu entrichten).

Die AK wird an den Krankenversicherungsträger abgeführt, der diese an die Arbeiterkammer weiterleitet.

Wer hat die AK zu entrichten?

Das Arbeiterkammergesetz (AKG) bestimmt, dass grundsätzlich jeder Arbeitnehmer (AN), der kammerzugehörig ist, auch umlagepflichtig ist.

Wer ist kammerzugehörig?

Laut AKG gehören grundsätzlich alle AN der Arbeiterkammer an. Darüber hinaus sind AN im Sinne des AKG auch:

  • AN in Betrieben, Anstalten, Stiftungen und Fonds des Bundes, der Länder, der Gemeindeverbände und der Gemeinden.
  • AN von öffentlich-rechtlichen Körperschaften und deren Betrieben, Stiftungen, Anstalten und Fonds.
  • Präsidenten und leitende Angestellte von gesetzlichen Interessenvertretungen und kollektivvertragsfähigen freiwilligen Berufsvereinigungen der AN, soweit sie kammerzugehörige Berufsgruppen vertreten.
  • AN in Sägen, Harzverarbeitungsstätten, Mühlen und Molkereien, die von land- und forstwirtschaftlichen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften betrieben werden, sofern in diesen dauernd mehr als fünf AN beschäftigt sind.
  • Heimarbeiter.
  • Freie Dienstnehmer.

Ausnahmen AK

Kammerzugehörig, aber von der Umlagepflicht befreit, sind geringfügig Beschäftigte, Lehrlinge und Arbeitslose. Nicht kammerzugehörig und daher auch nicht umlagepflichtig sind:

  • AN von Gebietskörperschaften, die dem Personalstand einer Dienststelle angehören, die in Vollziehung der Gesetze tätig ist, und bei einer solchen Dienststelle verwendet werden.
  • AN, die in Unterrichts- und Erziehungsanstalten, Archiven, Bibliotheken, Museen oder wissenschaftlichen Anstalten beschäftigt sind.
  • AN, die in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben von Gebietskörperschaften beschäftigt sind.
  • Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder von Kapitalgesellschaften; in Unternehmen mit anderer Rechtsform leitende Angestellte, denen dauernd maßgebender Einfluss auf die Führung des Unternehmens zusteht.
  • Ärzte, Rechts- und Patentanwaltsanwärter, Notariatskandidaten und Berufsanwärter der Wirtschaftstreuhänder.
  • In öffentlichen oder Anstaltsapotheken angestellte pharmazeutische Fachkräfte.
  • Seelsorger von Kirchen und Religionsgesellschaften sowie Ordensangehörige, wenn sie nicht in einem der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht - ausgenommen nach § 4 Abs. 1 Z 13 Allgemeines Sozialversicherungsgesetz - unterliegenden Arbeitsverhältnis stehen.
  • Land- und forstwirtschaftliche Arbeiter und Angestellte.
  • AN der öffentlich-rechtlichen Körperschaften und der kollektivvertragsfähigen Berufsvereinigungen der Land- und Forstwirtschaft, soweit sie nicht in Betrieben, Anstalten und Fonds beschäftigt sind.

Landarbeiterkammerumlage (LK)

Die Landarbeiterkammerumlage (LK) beläuft sich auf 0,75 % der allgemeinen Beitragsgrundlage und ist zur Gänze vom Dienstnehmer zu tragen. Von Sonderzahlungen ist (außer in Kärnten) keine LK zu entrichten. Während eines unbezahlten Urlaubes ist in der Steiermark und Kärnten die LK zu leisten. Die LK ist an den Krankenversicherungsträger abzuführen und wird von diesem an die Landarbeiterkammer weitergeleitet. 

Wer hat die LK zu entrichten?

Sie ist grundsätzlich von Dienstnehmern in Betrieben der Land- und Forstwirtschaft oder diesen gleichgestellten Betrieben und von auf land- und forstwirtschaftlichem Gebiet tätigen Dienstnehmern zu leisten.

Ausnahmen LK

Für folgende Personengruppen fällt keine LK an:

  • Lehrlinge (außer in Kärnten und der Steiermark).
  • Freie Dienstnehmer (außer in Niederösterreich, Oberösterreich, Kärnten und der Steiermark).
  • Leitende Angestellte, denen dauernd ein maßgebender Einfluss auf die Führung des Betriebes zusteht (außer in Niederösterreich, Salzburg, Tirol und der Steiermark).
  • Ehegatten, Kinder, Enkel sowie Schwiegerkinder ihres Dienstgebers, wenn sie der Pensionsversicherung nach dem Bauern-Sozialversicherungsgesetz unterliegen (landesgesetzliche Sonderregelungen sind aber zu beachten!).
  • Dienstnehmer in Sägen, Harzverarbeitungsstätten, Mühlen und Molkereien, die von land- und forstwirtschaftlichen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften betrieben werden, sofern in diesen dauernd mehr als fünf Dienstnehmer beschäftigt sind.
  • In Burgenland und Wien: Dienstnehmer in land- und forstwirtschaftlichen Großbetrieben und in land- und forstwirtschaftlichen Genossenschaften mit mehr als zehn Dienstnehmern (dort wird an Stelle der LK die AK eingehoben).
  • In Wien: Dienstnehmer in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben, die weder in land- und forstwirtschaftlichen Großbetrieben noch in land- und forstwirtschaftlichen Genossenschaften mit mehr als zehn Dienstnehmern beschäftigt sind und keinem Landarbeiterkammergesetz unterliegen.



Die Regelungen zu den Ausnahmen von der LK-Pflicht finden sich in den jeweiligen Landarbeiterkammergesetzen bzw. Landwirtschaftskammergesetzen der Bundesländer.

Autor: Wolfgang Mitterstöger/NÖGKK