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Was der Jahreswechsel mit sich bringt ...

Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 18/Dezember 2011


Ein Lohnzettel ist für alle am Ende des Kalenderjahres 2011 beschäftigten Arbeitnehmer vorzulegen; dies gilt auch für Betriebe mit Beitragsvorschreibung.

Die Lohnzettel sind elektronisch via ELDA bis spätestens Ende Februar 2012 zu übermitteln. Nur wenn der elektronische Weg wegen fehlender technischer Voraussetzungen unzumutbar ist, können Papierlohnzettel (Formular L 16) ausgestellt werden. Diese sind bis Ende Jänner 2012 an das zuständige Betriebsstättenfinanzamt zu senden.

Für freie Dienstnehmer ist dem Finanzamt das Formular E 18 (Mitteilung gem. § 109a EStG) vorzulegen. Zusätzlich ist der sozialversicherungsrechtliche Teil des L 16 - der Beitragsgrundlagennachweis (BGN) - zu erstatten.

Wird ein Dienstverhältnis beendet, ist der Lohnzettel bis zum Ende des Folgemonates zu übermitteln. Nähere Informationen zu unterjährigen Lohnzetteln können Sie hier nachlesen:

Unterjährige Lohnzettel - So vermeiden Sie Beitragszuschläge!

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Vollversicherung - Geringfügigkeit

Für jede Tätigkeit, die der Vollversicherung unterliegt, und jede geringfügige Beschäftigung ist ein separater Lohnzettel auszustellen. Dies gilt vor allem für ein durchgehendes Arbeitsverhältnis, bei dem es zu einem Wechsel zwischen Vollversicherung und geringfügiger Beschäftigung (oder umgekehrt) kommt.

Betriebliche Vorsorge (BV): Bei einem derartigen Wechsel sind sämtliche BV-Daten auf jenem Lohnzettel anzuführen, der die letzte Beitragszeit umfasst. Eine Aufteilung der BV-Zeiten und BV-Grundlagen ist nicht zulässig!

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Ausfertigung des Lohnzettels

Dauern Versicherungszeiten wegen einer Urlaubsersatzleistung oder Kündigungsentschädigung über den Jahreswechsel hinaus an, sind stets getrennte Lohnzettel je Kalenderjahr vorzulegen.

Ein bereits übermittelter Lohnzettel kann nur durch ein Storno dieses Lohnzettels und durch Übermittlung eines neuen Lohnzettels erfolgen. Richtigstellungen oder Differenzmeldungen sind nicht möglich. Werden Meldungen (z. B. An- oder Abmeldungen) storniert oder berichtigt, sind auch die Lohnzettel entsprechend zu korrigieren! Beachten Sie, dass die Daten des "Storno-Lohnzettels" mit den Daten des ursprünglichen Lohnzettels identisch sind.

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Wechsel der "Verwendung"

Wechselt z. B. in einem Kalenderjahr ein Arbeiter in ein Angestelltenverhältnis oder wird ein Lehrling nach seiner Lehrzeit als Arbeiter im Betrieb weiter beschäftigt, ist der Lohnzettel nicht zu teilen. In diesen Fällen ist immer die zuletzt gültige Zugehörigkeit anzugeben. Liegen allerdings Zeiten einer Voll- und Teilversicherung beim gleichen Dienstgeber vor (z. B. A1 auf N14), sind zwei Lohnzettel auszustellen. 

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Nicht vergessen!

Schwerarbeitsmeldung 2011
Alle Tätigkeiten, die auf das Vorliegen von Schwerarbeit im Sinne der Schwerarbeitsverordnung schließen lassen, sind frühestens ab Jänner 2012, spätestens bis Ende Februar 2012 zu melden. Betroffen sind männliche Beschäftigte, die das 40. Lebensjahr bzw. weibliche Beschäftigte, die das 35. Lebensjahr vollendet haben.

Unfallversicherungsbeitrag

Der Beitrag zur Unfallversicherung (UV) für geringfügig Beschäftigte ist mit der Beitragsnachweisung (BN) für Dezember abzurechnen (sofern dies nicht bereits unterjährig erfolgte). Obwohl für geringfügig Beschäftigte, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, kein UV-Beitrag anfällt, ist die Beitragsgrundlage auf der BN einzutragen (Beitragsgruppe N24u bzw. N14u).

Dienstgeberabgabe (DAG)
Die DAG (16,4 % der Beitragsgrundlagen inkl. Sonderzahlungen) ist zu entrichten, wenn die monatlichen Beitragsgrundlagen aller geringfügig Beschäftigten des Dienstgebers das 1,5fache der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze (2021: EUR 475,86) übersteigen. Die Meldung erfolgt mittels BN für Dezember.

Beitrag und Zuschlag zur BV
Bei jährlicher Zahlung des Beitrages zur Betrieblichen Vorsorge (BV-Beitrag) für geringfügig Beschäftigte fällt ein Zuschlag von 2,5 % des BV-Beitrages an, der mit der Dezember-BN abzurechnen ist. Vorschreibebetriebe haben die Meldung zum BV-Beitrag bis 9.1.2012*) zu erstatten.

*) Die Meldung zum BV-Beitrag ist binnen sieben Tagen nach dem Ende des Kalendermonates, in dem die Beiträge fällig wurden, zu erstatten. Da der 7.1. im Jahr 2012 auf einen Samstag fällt, endet die Frist gemäß Artikel 5 des Europäischen Fristenübereinkommens (FristenÜB) am nächstfolgenden Werktag.

Autor: Gerhard Trimmel/NÖGKK