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Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit

Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 17/Dezember 2011


Die Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit (AU), landläufig als Krankenstand bezeichnet, beruht auf folgender gesetzlicher Grundlage: Als arbeitsunfähig gilt, wer infolge einer Erkrankung oder eines Unfalls nicht oder nur mit der Gefahr einer Verschlimmerung seines Zustandes in der Lage ist, seine bisher ausgeübte Erwerbstätigkeit zu verrichten.

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Krank- bzw. Gesundmeldung

Die AU wird durch den behandelnden Arzt, nach persönlicher Untersuchung des Patienten, festgestellt. Dies hat grundsätzlich am ersten Tag der Erkrankung zu erfolgen.

Der behandelnde Arzt stellt im Regelfall auch die Arbeitsfähigkeit wieder fest und beendet somit den Krankenstand. Versicherte der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse können darüber hinaus auch persönlich, telefonisch, per Fax oder über das Internet ihre Wiederaufnahme der Beschäftigung mitteilen. Über den Link in der rechten Navigationsleiste können Sie sich online vom Krankenstand abmelden.

Für die Dauer eines stationären Aufenthaltes in einer öffentlichen Krankenanstalt oder in einem Kur-, Erholungs- oder Rehabilitationszentrum liegt ebenfalls eine AU vor. In solchen Fällen gilt die an den Krankenversicherungsträger übermittelte bzw. dem Dienstnehmer ausgehändigte Aufnahmeanzeige der behandelnden Einrichtung als Krankmeldung. Sollte der Dienstnehmer im Anschluss an eine stationäre Anstaltspflege weiterhin arbeitsunfähig sein, ist eine neuerliche Krankmeldung durch den behandelnden Arzt erforderlich.

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Verhalten während einer AU

Der Dienstnehmer hat grundsätzlich die Anordnungen des behandelnden Arztes zu befolgen, dies umfasst auch das Einhalten von Ausgehzeiten und gegebenenfalls angeordneter Bettruhe. Jedes Verhalten, das seine Genesung beeinträchtigt, ist zu vermeiden. Dem Dienstnehmer ist insbesondere die Verrichtung von Erwerbsarbeiten in jenem Beruf, in dem die AU ärztlich festgestellt wurde, untersagt.

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Wohnort- und Domizilwechsel

Gibt der arbeitsunfähig erkrankte Dienstnehmer bereits zu Beginn seiner AU dem behandelnden Arzt eine vom Hauptwohnsitz abweichende Wohnadresse bekannt, so wird dies auf der Krankmeldung vermerkt.

Erfolgt indes bei laufender AU ein Wohnortwechsel innerhalb des Wirkungsbereiches einer Gebietskrankenkasse (z. B. bei der NÖGKK das Bundesland Niederösterreich), ist dieser vom Versicherten im Voraus der leistungszuständigen Gebietskrankenkasse zu melden.

Ist ein Wohnortwechsel außerhalb des Kassenbereiches (z. B. anderes Bundesland) geplant (Domizilwechsel), ist vom Versicherten vorher die Zustimmung der leistungszuständigen Gebietskrankenkasse einzuholen. Die Bewilligung des Trägers ist - höchstens für die voraussichtliche Dauer der AU - zu erteilen, sofern der Wohnortwechsel von der behandelnden Stelle befürwortet wird, sich nicht negativ auf den Heilungsverlauf auswirkt und eine laufende Behandlung nicht unterbrochen wird.

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Meldepflicht des Dienstnehmers

Der Dienstnehmer ist verpflichtet, ohne Verzug die Arbeitsverhinderung dem Dienstgeber bekannt zu geben und auf Verlangen des Dienstgebers, das nach angemessener Zeit wiederholt werden kann, eine Bestätigung des zuständigen Krankenversicherungsträgers oder des behandelnden Arztes über Beginn, voraussichtliche Dauer und Ursache der AU vorzulegen.

Der Dienstgeber kann vom Versicherungsträger nur Informationen über Beginn und voraussichtliche Dauer einer AU, nicht jedoch zur Art der Erkrankung oder der Krankenbehandlung einholen.

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Prüfung des Gesundheitszustandes

Die Krankenversicherungsträger sind im Hinblick auf ihre gesetzliche Verpflichtung berechtigt, Krankenkontrollen durchzuführen. Kann ein Versicherter einen Kontrollarzttermin aus gesundheitlichen Gründen nicht wahrnehmen, hat er dies dem Versicherungsträger unverzüglich - unter Beilage der Bestätigung des behandelnden Arztes - zu melden.

Über das Ergebnis der Krankenkontrolle besteht keine Auskunftspflicht des Versicherungsträgers gegenüber dem Dienstgeber.

Wird eine kontrollärztliche Untersuchung unentschuldigt versäumt, muss der Dienstnehmer mit Sanktionen rechnen.

Autoren: Martin Fletzberger, Dr. Florian Spanhel