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Unbezahlter Urlaub

Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 4/April 2013 


Treffen Dienstnehmer und Dienstgeber in beiderseitigem Einvernehmen eine Vereinbarung über das Ruhen der Arbeits- und Entgeltpflicht, spricht man von unbezahltem Urlaub.

Aus Sicht der Sozialversicherung sind in solch einem Fall zwei Konstellationen mit unterschiedlichen Auswirkungen zu unterscheiden:

  • Beträgt die Dauer des unbezahlten Urlaubes maximal einen Monat, bleibt die Pflichtversicherung aufrecht, sofern das Dienstverhältnis in dieser Zeit nicht beendet wird.
  • Überschreitet der unbezahlte Urlaub die Dauer eines Monates oder wird das Dienstverhältnis danach nicht fortgesetzt, ist mit dem Tag vor Beginn des unbezahlten Urlaubes eine Abmeldung vorzulegen.

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Welche Beiträge fallen an?

Dauert der unbezahlte Urlaub maximal einen Monat, hat der Dienstnehmer

  • die Sozialversicherungsbeiträge (inklusive Arbeitslosenversicherungsbeiträge) und
  • den Schlechtwetterentschädigungsbeitrag (SW)

zur Gänze selbst zu tragen.

Der Zuschlag nach dem Insolvenz-Entgeltsicherungsgesetz (IE) und der Nachtschwerarbeits-Beitrag (NB) fallen aber nach wie vor zu Lasten des Dienstgebers an.

Für die Berechnung der Beiträge ist das beitragspflichtige Entgelt heranzuziehen, das vor dem unbezahlten Urlaub gebührte. Dies ist somit jener Zeitraum, der unmittelbar davor liegt und in seiner Länge der nachfolgenden Urlaubsdauer entspricht.

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Welche Beiträge entfallen?

Während des maximal einen Monat dauernden unbezahlten Urlaubes entfallen

  • die Arbeiterkammerumlage (AK),
  • die Landarbeiterkammerumlage (LK)1,
  • der Wohnbauförderungsbeitrag (WF) und
  • der Beitrag zur Betrieblichen Vorsorge (BV).


1 In der Steiermark und in Kärnten ist die Landarbeiterkammerumlage jedoch vom Dienstnehmer zu leisten.

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Wie erfolgt die Abmeldung?

Dauert der unbezahlte Urlaub länger als einen Monat, ist eine Abmeldung zu erstatten. Das Feld "Ende Beschäftigungsverhältnis" ist dabei leer zu belassen (sofern das Dienstverhältnis danach fortgesetzt wird), im Feld "Ende des Entgeltanspruches" setzen Sie den letzten Tag vor Beginn des unbezahlten Urlaubes ein. Dies gilt auch für das Feld "Betrieblicher Vorsorgebeitrag Ende". Da das Dienstverhältnis nach wie vor aufrecht ist, fällt die Auflösungsabgabe nicht an.

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Geringfügig beschäftigte Personen

Auch geringfügig Beschäftigte haben den Unfallversicherungsbeitrag im Falle eines unbezahlten Urlaubes selbst zu tragen. Als Beitragszeitraum gilt zwar grundsätzlich das Kalenderjahr; die Abrechnung erfolgt jedoch im Monat des Einbehaltens des Unfallversicherungsbeitrages! Dies auch dann, wenn es sich ansonsten um eine jährliche Abrechnung handelt. Für die Berechnung der Dienstgeberabgabe ist das unterbrochene Arbeitsverhältnis natürlich nicht zu berücksichtigen, da kein Entgelt zur Auszahlung gelangt.

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Keine Anwendung

Besteht auf Grund gesetzlicher, kollektivvertraglicher oder einzelvertraglicher Regelungen ein Rechtsanspruch auf einen unbezahlten Urlaub, kommen die vorstehenden Bestimmungen nicht zur Anwendung. Die Pflichtversicherung endet ungeachtet der Dauer des unbezahlten Urlaubes jedenfalls mit dem Wegfall des Entgeltanspruches. Im Falle eines Frühkarenzurlaubes nach dem Vertragsbedienstetengesetz 1948 oder gleichartigen landesgesetzlichen Regelungen bestehen gesonderte Bestimmungen.

Autor: Gerhard Trimmel/NÖGKK