DRUCKEN

Veränderliche Werte - Beträge und Grenzwerte ab 1.1.2002

Veröffentlichung: "dienstgeber INFO", Nr. 4/Dezember 2001


Infolge der jährlichen Anpassung werden ab dem Beitragszeitraum Jänner 2002 die im Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) enthaltenen festen Beträge und Werte entsprechend aufgewertet.

Diese sogenannten "veränderlichen Werte" sind für 2002 zudem erstmals in Euro auszuweisen.

Die Umstellung sämtlicher für die Sozialversicherung relevanten Schillingbeträge in Euro wurde bereits im Rahmen des Sozialversicherungs-Währungsumstellungs-Begleitgesetzes (SV-WUBG) vorgenommen. Dabei wurden die Werte des Jahres 2001 entsprechend der ersten Euro-Verordnung umgerechnet.

Damit die so festgelegten Eurobeträge des Vorjahres ihren aktuellen Charakter beibehalten, müssen sie dem veränderten Wert des Geldes angepasst werden.

Im Bereich des Melde-, Versicherungs- und Beitragsrechtes erfolgt dies durch Multiplikation der "alten" Werte mit der Aufwertungszahl des neuen Jahres. Die so ermittelten Beträge werden sodann Cent-genau gerundet.

Eine Ausnahme stellt lediglich die Höchstbeitragsgrundlage dar, die auf volle Euro gerundet wird.

Erwähnt sei noch, dass sich die Aufwertungszahl für das Jahr 2002 auf 1,018 beläuft.

Ab dem Beitragszeitraum Jänner 2002 gelten folgende Beträge:

zum Seitenanfang springen

Geringfügigkeitsgrenze

Ein Beschäftigungsverhältnis gilt ab 1.1.2002 als geringfügig, wenn dem jeweiligen Versicherten höchstens folgendes laufendes Entgelt gebührt oder ihm darüber hinaus ausbezahlt wird: 

  • Das Beschäftigungsverhältnis wird für eine kürzere Zeit als einen Kalendermonat vereinbart:
    Je Arbeitstag im Durchschnitt höchstens € 23,16 (S 318,69), insgesamt jedoch höchstens € 301,54 (S 4.149,28).
  • Das jeweilige Beschäftigungsverhältnis wird (zu dessen Beginn) für mindestens einen Kalendermonat oder auf unbestimmte Zeit vereinbart: Im Kalendermonat höchstens € 301,54 (S 4.149,28).
  • Geringfügigkeitsgrenze bei Vorliegen einer fallweisen bzw. tageweisen Beschäftigung:
    Im Kalendermonat pro Arbeitstag höchstens € 23,16 (S 318,69), insgesamt jedoch höchstens € 301,54 (S 4.149,28).

zum Seitenanfang springen

Geringfügig Beschäftigte - Abrechnung für 2001

Die Abrechnung des Unfallversicherungsbeitrages bzw. des pauschalierten Dienstgeberbeitrages für die im Jahr 2001 zur Versicherung gemeldeten geringfügig Beschäftigten ist im Selbstabrechnerbereich mit der Beitragsnachweisung für Dezember 2001 vorzunehmen. Im Beitragsvorschreibebereich erhalten Sie eine entsprechende Vorschreibung

zum Seitenanfang springen

Pauschalierter Dienstgeberbeitrag

Dieser ist für das Jahr 2001 dann zu entrichten, wenn die monatliche Lohnsumme (ohne Sonderzahlungen) der bei einem Dienstgeber tätigen geringfügig Beschäftigten das 1,5fache der im Jahr 2001 geltenden monatlichen Geringfügigkeitsgrenze von € 296,21 (S 4.076,--), demzufolge € 444,32 (S 6.114,--) übersteigt. Der Pauschalbeitrag beträgt 17,80 % (KV: 3,85 %, UV: 1,40 %, PV: 12,55 %) von der monatlichen Summe der Entgelte aller geringfügig Beschäftigten (einschließlich der im jeweiligen Monat gebührenden bzw. zur Auszahlung gelangten Sonderzahlung(en)). Die Abrechnung erfolgt in der Verrechnungsgruppe N62. Der Grenzbetrag für den pauschalierten Dienstgeberbeitrag erhöht sich per 1.1.2002 wegen der neuen Geringfügigkeitsgrenze auf € 452,31 (S 6.223,92).

zum Seitenanfang springen

Höchstbeitragsgrundlage

Die Höchstbeitragsgrundlage beträgt ab 1.1.2002 für alle Versicherungszweige einschließlich der Fonds € 109,-- (S 1.499,87) kalendertäglich bzw. € 3.270,-- (S 44.996,18) monatlich. Durch diese Anhebung ändert sich auch der jährliche Höchstbetrag für die Beitragspflicht von Sonderzahlungen.

Beitragspflichtig sind daher die im Kalenderjahr 2002 fälligen Sonderzahlungen (13. oder 14. Monatsbezug, Weihnachtsremuneration, Urlaubszuschuss etc.) bis zu einem Höchstbetrag von € 6.540,-- (S 89.992,36).

Die fixe Höchstbeitragsgrundlage für "freie Dienstnehmer"(pflichtversichert in der KV, UV, PV) beträgt ab 1.1.2002,

  • wenn keine Sonderzahlungen bezogen werden, € 3.815,-- (S 52.495,54) pro Kalendermonat,
  • wenn Sonderzahlungen ausbezahlt werden, € 3.270,-- (S 44.996,18) pro Kalendermonat und kalenderjährlich für die Sonderzahlungen € 6.540,-- (S 89.992,36).

zum Seitenanfang springen

Pflichtversicherte ohne Entgelt - Beitragsgrundlage

Für Versicherte, die kein Entgelt oder keine Bezüge erhalten, dazu gehören z. B. die im nicht land-(forst-)wirtschaftlichen Betrieb der Eltern ohne Entgelt regelmäßig beschäftigten Kinder, die das 17. Lebensjahr vollendet haben und keiner anderen Erwerbstätigkeit hauptberuflich nachgehen, ist als fixe Beitragsgrundlage ein bestimmter täglicher Arbeitsverdienst anzunehmen.

Als täglicher Arbeitsverdienst kommt für das Jahr 2002 ein Betrag von € 18,93 (S 260,48) in Betracht.

Daraus errechnet sich eine monatliche Beitragsgrundlage von € 567,90 (S 7.814,47).

keyword

Eine generelle Übergangsbestimmung sichert den Fortbestand der Pflichtversicherung für Personen, die bisher der Vollversicherung unterlagen und auf Grund der jährlichen Anpassung der Geringfügigkeitsgrenze nunmehr davon ausgenommen wären.

Der Versicherte hat die Möglichkeit, das Ausscheiden aus der Vollversicherung bis zum 30.6.2002 bei der Kasse zu beantragen. Sofern ein derartiger Antrag einlangt, wird sodann lediglich eine Teilversicherung in der Unfallversicherung begründet.

zum Seitenanfang springen

Verzugszinsensatz ab 1.1.2002

Der für ein Kalenderjahr geltende Verzugszinsensatz berechnet sich nach den Bestimmungen des § 59 ASVG aus der jeweiligen von der Österreichischen Nationalbank verlautbarten Sekundärmarktrendite für Bundesanleihen im Oktober des dem Kalenderjahr vorangegangenen Jahres zuzüglich drei Prozentpunkten.

Die Höhe der Sekundärmarktrendite für Bundesanleihen belief sich im Oktober 2001 auf 4,21 v.H.

Für rückständige Beiträge müssen wir Ihnen daher ab Jänner 2002 Verzugszinsen im Ausmaß von 7,21 v.H. in Rechnung stellen.