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Sachbezugsbewertung

Veröffentlichung: "dienstgeber INFO", Nr. 4/Dezember 2001


Im Rahmen der Euro-Steuerumstellungsverordnung 2001 (EuroStUV) des Bundesministers für Finanzen wird unter anderem eine neue Verordnung über die bundeseinheitliche Bewertung bestimmter Sachbezüge für 2002 erlassen.

Zum Entgelt im sozialversicherungsrechtlichen Sinn zählen auch Sachbezüge, die der Dienstnehmer vom Dienstgeber oder einem Dritten erhält.

Im Zusammenhang mit der Bewertung dieser Entgeltbestandteile verweist das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz (ASVG) auf die Bestimmungen des Einkommensteuergesetzes (EStG).

Bei der Beurteilung von Sachbezügen ist demzufolge der übliche Mittelpreis am Verbrauchsort - sprich der Wert, der aufgewendet werden muss, um den Sachbezug käuflich zu erwerben - anzusetzen und der Beitragsberechnung zu Grunde zu legen.

Für bestimmte, in der Praxis häufig gewährte Sachbezüge (freie Station, Wohnraumbewertung etc.) hat der Bundesminister für Finanzen durch Verordnung bundesweit gültige Werte festgelegt.

Anlässlich der Euro-Umstellung wurde nunmehr im Rahmen der Euro-Steuerumstellungsverordnung 2001 (EuroStUV ) eine neue Verordnung über die bundeseinheitliche Bewertung bestimmter Sachbezüge ab 2002 erlassen.

Die wichtigsten darin enthaltenen Sachbezugswerte finden Sie im Folgenden:

Wert der vollen freien Station (monatlich) € 196,20


In diesem Wert sind enthalten:

Wohnung (ohne Beheizung und Beleuchtung) € 19,62
Beheizung und Beleuchtung € 19,62
Erstes und zweites Frühstück € 19,62
Mittagessen € 58,86
Jause € 19,62
Abendessen € 39,24


Wird die volle freie Station nicht nur dem Arbeitnehmer, sondern auch seinen Familienangehörigen gewährt, erhöhen sich die genannten Beträge

für den Ehegatte (Lebensgefährten) um 80%
für jedes Kind bis zum 6. LJ um 30%
für jedes nicht volljährige Kind über 6 Jahre um 40%
für jedes volljährige Kind sowie jede andere im Haushalt lebende Person um 80%
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Wohnraumbewertung

Kategorie 1 Kategorie 2 Kategorie 3
Dienst-
wohnungen für
Hausbesorger und
Portiere
andere Dienst-
wohnungen
Wohnungen in Eigenheimen,
Einfamilien-
häuser
Baujahr Quadratmeterpreise in €
bis 1949 0,94 1,16 1,45
1950 bis 1960 1,23 1,45 1,81
1961 bis 1970 1,45 1,81 2,18
1971 bis 1980 1,67 2,18 2,61
1981 bis 1992 1,96 2,61 3,05
ab 1993 2,10 2,76 3,27

Die Werte beinhalten auch die üblichen Betriebskosten. Trägt diese der Dienstnehmer, ist ein Abschlag von 20 % vorzunehmen. Bei angemieteten Wohnungen sind die Quadratmeterpreise der um 25 % gekürzten tatsächlichen Miete (samt Betriebskosten) einschließlich der vom Arbeitgeber bezahlten Betriebskosten gegenüberzustellen; der höhere Wert bildet den Sachbezug. Sofern die Heizkosten durch den Arbeitgeber bezahlt werden, ist bei allen Kategorien von Wohnraum ganzjährig ein Heizkostenzuschlag von € 0,58 pro Quadratmeter anzusetzen.

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Wert des Grunddeputats (freie Wohnung, Beheizung und Beleuchtung) für Angestellte in der Land- und Forstwirtschaft

Kategorie nach Kollektivvertrag Familienerhalter monatlich € Alleinstehende monatlich €
I 60,31 30,52
II und III 71,94 38,51
IV und V 81,39 42,87
VI 95,92 50,87
Werden nur einzelne Bestandteile des Grunddeputats gewährt, dann sind für die Wohnung 40 % , die Heizung 50 % und die Beleuchtung 10 % der angeführten Werte anzusetzen.
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Deputate in der Land- und Forstwirtschaft

Der Wert der Wohnung, die Arbeitern in der Land- und Forstwirtschaft kostenlos oder verbilligt zur Verfügung gestellt wird, beträgt € 190,80 jährlich (€ 15,90 monatlich).

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Privatnutzung des arbeitgebereigenen KFZ

Besteht die Möglichkeit, das arbeitgebereigene KFZ für Privatfahrten zu benutzen, dann ist ein Sachbezug von 1,50 % der tatsächlichen Anschaffungskosten des KFZ, maximal € 510,-- monatlich, anzusetzen. Beträgt die monatliche Fahrtstrecke nachweislich nicht mehr als 500 km, ist ein Sachbezug im halben Betrag (0,75 % der tatsächlichen Anschaffungskosten, maximal € 255,-- monatlich) anzusetzen. Ergibt sich bei Ansatz von € 0,50(Fahrzeugbenützung ohne Chaffeur) bzw. € 0,72 (Fahrzeugbenützung mit Chauffeur) pro Kilometer Fahrtstrecke ein um mehr als 50 % geringerer Sachbezugswert, ist dieser Wert anzusetzen.

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Firmenparkplatz

Die Zurverfügungstellung eines Abstellplatzes für das KFZ in Bereichen, die der Parkraumbewirtschaftung unterliegen, ist monatlich mit € 14,53 zu bewerten.

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Zinsersparnis - Freigrenze

Der Freibetrag für Gehaltsvorschüsse und Arbeitgeberdarlehen beläuft sich auf € 7.300,--.