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Schnee weg, Scheck her?

Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 3/März 2006

Der Dienstleistungsscheck in der Praxis


Seit Jahresbeginn gibt es den Dienstleistungsscheck. Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit wurden in den ersten beiden Monaten rund 9.000 Schecks im Gesamtwert von € 90.000,-- verkauft. Über die bisherigen Erfahrungen aus der Praxis berichtet Herr Mag. Karl Lackner, NÖGKK.

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"Was ist die häufigste Frage zum Dienstleistungsscheck?"

Mag. Lackner: "Sehr viele wollen wissen: Welche Arbeiten kann ich wirklich mit Dienstleistungsschecks entlohnen? Die Abgrenzung ist sicher nicht immer ganz einfach. Die Grundregel lautet: Es darf sich nur um einfache, haushaltstypische Tätigkeiten für eine natürliche Person in einem Privathaushalt handeln."

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"Wie zum Beispiel ...?"

"Putzen, Wäsche waschen, Einkaufen oder Rasen mähen. Sobald es sich aber um Arbeiten handelt, die eine spezielle Ausbildung erfordern oder die über die bloße Haushaltstätigkeit hinausgehen, dürfen diese nicht mehr mit Dienstleistungsschecks abgegolten werden."

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"Tapezieren, Boden oder Fliesen legen etc. zählen also nicht mehr zu den einfachen Tätigkeiten?"

"Genau. Alle Arbeiten im Zusammenhang mit der Instandhaltung oder Renovierung von Wohnungen bzw. Häusern fallen nicht unter das Dienstleistungsscheckgesetz."

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"Der heurige Winter war sehr lang: Was ist mit Schnee schaufeln?"

"Schnee schaufeln kann grundsätzlich mit Dienstleistungsschecks bezahlt werden.

Aber Achtung: Der konkrete Nutzen der Tätigkeit muss dem jeweiligen Privathaushalt, der den Auftrag erteilt, immer eindeutig zuordenbar sein."

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"Was heißt das?"

"Nehmen wir an, ich bin Miteigentümer eines Mehrparteienhauses und beauftrage Herrn A. damit, die Gänge zu putzen oder die Gehsteige zu räumen. Von dieser Leistung profitieren auch die übrigen Hausbewohner. Damit bin ich aber schon weg vom Dienstleistungsscheck. Weil hier genau genommen Herr A. in meinem Auftrag bereits eine Leistung für Dritte erbringt, für die ich auch eventuell von den anderen Eigentümern Geld verlangen könnte."

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"Worauf muss man bei der Entlohnung mit Dienstleistungsschecks noch achten?"

"Dass der Empfänger der Schecks die Dienstleistung als Arbeitnehmer des Privathaushaltes erbringt. Er darf die vereinbarte Tätigkeit für den Privathaushalt weder als (Einzel-)Firma noch im Rahmen eines anderen Unternehmens erbringen. Wenn Herr A. also für mich als ‘Firma A. - Reinigungen aller Art’ oder als Arbeitnehmer der ‘Saubermann-GmbH’ Schnee schaufelt, kann ich ihn nicht mit Dienstleistungsschecks entlohnen."

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"Bei der Bezahlung mit Dienstleistungsschecks ist der im jeweiligen Bundesland geltende Mindestlohntarif für Hausgehilfen bzw. Hausangestellte zu berücksichtigen. Wo erfahre ich diesen?"

"Die Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau (VAEB) hat dafür ein eigenes Kompetenzzentrum eingerichtet (Tel.: 0810 555 666). Auf der Website der VAEB findet man übrigens auch Links zu all jenen Postämtern und Trafiken, in denen die Schecks verkauft werden."