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Reisekosten-Novelle 2007

Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 3/März 2008

Auswirkungen auf Tages- und Nächtigungsgelder 


Die Reisekosten-Novelle 2007 führte zu zahlreichen Neuerungen im Bereich der abgabenrechtlichen Behandlung von Dienstreisen. Im Gegensatz zu den neuen Bestimmungen im Zusammenhang mit den Reisekostenvergütungen (Kilometergelder etc.) fielen die Anpassungen im Bereich Tagesgelder/Nächtigungsgelder nicht so gravierend aus.

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Prüfreihenfolge

Wie in der Vergangenheit ist bei Diäten vorab zu prüfen, ob diese nach der "Legaldefinition" - also nach § 26 Einkommensteuergesetz (EStG) - lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei behandelt werden können. Neu ist, dass bei Vorliegen einer lohngestaltenden Vorschrift zusätzlich darauf zu achten ist, ob es sich um eine begünstigte Tätigkeit im Sinne des § 3 EStG handelt.

Umfasst sind:

  • Außendiensttätigkeit,
  • Fahrtätigkeit,
  • Baustellen-/Montagetätigkeit,
  • Arbeitskräfteüberlassung und
  • vorübergehende Tätigkeit (im Gegensatz zu den anderen Tatbeständen mit sechs Monaten befristet!) an einem Einsatzort in einer anderen politischen Gemeinde.


Zu beachten ist hierbei generell, dass die lohngestaltenden Vorschriften einen verpflichtenden Anspruch des Dienstnehmers auf Diäten enthalten müssen. Wie bisher ist es auch möglich, bis zum Zeitpunkt, an dem nach der Legaldefinition ein neuer Mittelpunkt der Tätigkeit begründet wird, ein höheres Tagesgeld (limitiert bis € 26,40) als z. B. im Kollektivvertrag vorgesehen auszubezahlen.

Informationen zum Thema "Mittelpunkt der Tätigkeit" können Sie unter folgendem Link nachlesen:

Dienstreise im Nahbereich - neuen Mittelpunkt der Tätigkeit

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Eingeschränktes Wahlrecht

Ab 1.1.2008 besteht ein Wahlrecht, Tagesgelder nach der 24-Stunden-Regel oder nach der Kalendertagsregelung abzurechnen. Dieses ist jedoch kein generelles Recht. So kann z.B. der Tagesgeldanspruch nicht nach der 24-Stunden-Regelung ermittelt werden und in weiterer Folge die Versteuerung nach der Kalendertagsregelung erfolgen (oder umgekehrt). Das Wahlrecht ist zudem nur im Rahmen der "Legaldefinition“ relevant.

Liegt keine lohngestaltende Vorschrift vor, kann zwischen den zwei Varianten gewählt werden. Wichtig ist allerdings, dass sowohl die Auszahlung als auch die Beurteilung der Versteuerung sodann nach einer Variante - also nach der 24-Stunden-Regelung oder der Kalendertagsregelung - erfolgen. Bisher konnte die abgabenrechtliche Beurteilung nur nach der 24-Stunden-Regelung vorgenommen werden, da lediglich in jenen Fällen eine kalendertagsmäßige Abrechnung möglich war, in denen eine lohngestaltende Vorschrift dies konkret vorsah. Die Wahlmöglichkeit besteht nicht bei Tagesgeldern gemäß § 3 EStG, da hier ja bereits die lohngestaltende Vorschrift die Abrechnungsvariante normiert.

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Auslandstagesgelder

In Bezug auf die Auslandstagesgelder wurde eine Umstellung der bisherigen Drittelregelung auf die Zwölftelregelung (ab begonnener vierter Stunde) und somit eine Angleichung an die Bestimmungen bei Inlandstagesgeldern vorgenommen. Auch hier besteht analog den Inlandsreisen nunmehr ein (eingeschränktes) Wahlrecht zwischen der 24-Stunden-Regel und einer Abrechnung nach Kalendertagen. In den meisten Fällen kann die Kalendertagsregelung bei (längeren) Auslandreisen zu einem höheren abgabenfreien Betrag führen.

Eine Auslandsdienstreise beginnt und endet stets mit dem Grenzübertritt bzw. dem Abflug respektive der Ankunft am Flughafen. Dauert eine Dienstreise im Ausland länger als drei Stunden, so kann für jede angefangene Stunde ein Zwölftel gerechnet werden. Für die Frage, ob neben den höchsten Auslandsreisesätzen zusätzlich anteilige inländische Tagesgelder anfallen, ist eine einheitliche Dienstreise anzunehmen. Für die Gesamtreisezeit abzüglich der durch die Auslandsreisesätze erfassten Reisezeit steht Inlandstagesgeld zu.

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Beispiel

Angabe: Herr X wohnt in 3100 St. Pölten, er ist bei der Firma Y GmbH beschäftigt. Sein Dienstort befindet sich in 1010 Wien. Die Tagesgelder werden nach der 24-Stunden-Regelung abgerechnet.

Hier können Sie ein Beispiel zur Berechnung von Tages- und Nächtigungsgeldern abrufen: 

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