DRUCKEN

Ferialjobs

Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 9/Juni 2014


Viele Schüler und Studenten arbeiten in den Ferien, um Geld zu verdienen. Was sind aber die Unterschiede zwischen Ferialarbeitern bzw. -angestellten und Ferialpraktikanten? Nachstehend ein Überblick über die verschiedenen Beschäftigungsformen.

up

Ferialarbeiter und -angestellte

Die Beschäftigung erfolgt als Dienstnehmer in wirtschaftlicher und persönlicher Abhängigkeit gegen Entgelt (persönliche Arbeitspflicht, Weisungsgebundenheit, Kontrollunterworfenheit und organisatorische Eingliederung in den Betrieb).  Sind diese Voraussetzungen gegeben, besteht Anspruch auf Entgelt laut dem jeweiligen Kollektivvertrag, Sonderzahlungen, Urlaub und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. 

Ferialarbeiter und Ferialangestellte sind zur Sozialversicherung als Dienstnehmer in den Beitragsgruppen A1 (Arbeiter), D1 (Angestellter), A1l (Landarbeiter) bzw. als geringfügig beschäftigte Ferialarbeiter oder -angestellte in den Beitragsgruppen N14 (Arbeiter) bzw. N24 (Angestellter) anzumelden. Beiträge zur Betrieblichen Vorsorge (BV-Beiträge) sind zu entrichten, wenn das Dienstverhältnis länger als einen Monat dauert.

up

"Echte" Ferialpraktikanten

Ferialpraktikanten sind Schüler und Studenten, die ein im Rahmen des Lehrplanes bzw. der Studienordnung vorgeschriebenes Pflichtpraktikum in einem Betrieb absolvieren. Der Ausbildungszweck und nicht die (persönliche) Arbeitsverpflichtung steht dabei im Vordergrund. Das Praktikum kann ganzjährig absolviert werden. ­Wesentlich ist, dass keine Beschäftigung in persönlicher und wirtschaftlicher Abhängigkeit vorliegt und auch kein Anspruch auf Geld- und Sachleis­tungen besteht. In solchen Fällen entfällt die Anmeldung zur Sozialversicherung. Die Schüler und Studenten sind durch die Schüler- und Studentenunfallversicherung beitragsfrei unfallversichert. BV-Beiträge fallen nicht an. Es besteht arbeitsrechtlich kein Anspruch auf Entgelt laut Kollektivvertrag, Sonderzahlungen und Urlaub.

Erhält der "echte" Ferialpraktikant jedoch ein "Taschengeld" vom Dienstgeber, unterliegt er der Lohnsteuerpflicht und ist zur Sozialversicherung als Dienstnehmer anzumelden. BV-Beiträge fallen ab dem zweiten Beschäftigungsmonat an.

up

Unser neuer Praxisleitfaden

Mit der sozialversicherungsrechtlichen Beurteilung von praxisorientierten Beschäftigungsverhältnissen befasst sich unser neuer Leitfaden. In dieser Broschüre finden Sie zu diesem Thema auch sämtliche Besonderheiten (z. B. im Hotel- und Gastgewerbe).

Den Praxisleitfaden können Sie hier abrufen:
linkPraxisleitfaden für Praktikanten

  

Autorin: Claudia Hannabach/NÖGKK